für Imker ist es in der Regel sehr mühsam alle Völker voll im Griff zu haben. Aus diesem Grund können Sie jetzt mit der Online Stockkarte von überall auf Ihre Völker zugreifen und Ihre Tätigkeiten dokumentieren und planen. Einfach und schnell ob Handy oder am PC/Laptop.
Ziel dieses Portals ist eine einfache Verwaltung für Bienenstände und deren Völker, damit der Imker nicht immer alles von Hand aufschreiben muss. Mit Hilfe eines QRCodes, welcher der Imker direkt auf dem Portal generieren und ausdrucken kann, kann mit dem Smartphone dieser gescannt werden und kommt so schnell auf den entsprechenden Bienenstock.
? Der ganz grosse Vorteil ist, dieses Portal kann von überall aus genutzt werden. Es ist eine Web Applikation und kann somit auf dem PC, Tablet oder Smartphone genutzt werden. So kann auch zuhause oder direkt am Bienenstand damit gearbeitet werden.
Unten habe ich ein paar Bilder angefügt, damit man sich ein Bild machen kann, wie das ganze aussieht. Mit dem Benutzer demo und dem Passwort demo kann man sich einloggen und ausprobieren. Es werden keine Änderungen übernommen!
Folgende Funktionen stehen zur Verfügung:
Zum zweiten Mal haben Sie die Gelegenheit die „Biene des Jahres“ zu wählen! Mit dieser Wahl wollen wir die Bedürfnisse unterschiedlicher Bienenarten stärker ins Licht rücken. Trotz ihrer Einzigartigkeiten – die mehr als 600 Bienenarten in der Schweiz brauchen alle das Gleiche: einen Lebensraum mit vielfältigen Blühpflanzen und passenden Nistplätzen. Solche Lebensräume werden immer seltener, denn intensivierte Landwirtschaft, Zersiedelung, Verbauung in Städten und verbreiteter Pestizideinsatz, setzen Bienen und anderen Insekten stark zu.
Machen Sie mit und helfen Sie uns, diesen unersetzlichen Bestäuberinnen eine Stimme zu geben! Sie können bis zum 15. März 2026 abstimmen.



Schon von weitem hört man ihr Brummen. Doch keine Sorge: Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) ist sehr friedlich. Mit einer Grösse von 2 bis 3 cm zählt sie zwar zu den grössten Wildbienen Europas, ist aber besonders sanft. Man erkennt sie gut an ihrem schwarzen Körper, den dunklen Haaren und ihren wunderschönen blau-violetten Flügeln.


Im Frühjahr beginnt ihr Werk: Sorgfältig sucht sie Hauswände, Pergolen, abgestorbene Bäume, Gartenpfosten nach einem geeigneten Nistplatz ab. Diesen findet sie in abgestorbenen, sonnenbeschienen Totholzstrukturen, die noch nicht zu morsch sind – etwa in Streuobstwiesen oder Waldrändern.
Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrer besonderen Nistweise: Stundenlang nagt sie fingerdicke, bis zu 30 cm lange Gänge ins Holz. Ihre Kauwerkzeuge sind so kräftig, dass sie sogar Sägemehl produziert. Dieses benutzt sie dann zusammen mit ihrem Speichel, um Trennwände zwischen den einzelnen Brutkammern zu bauen. In jedes Kinderzimmer legt sie ein Ei und reichlich Pollen als Proviant.
Anders als viele Wildbienenmamas erlebt die Holzbiene, das Schlüpfen ihrer Kinder. Bis es soweit ist, bewacht sie den unverschlossenen Nesteingang und verteidigt ihn gegen Eindringlinge. Im Juli ist es dann so weit und die neue Generation erblickt das Licht. Nach dem ersten Sommer suchen sich die Jungtiere geschützte Überwinterungsquartiere in Hohlräumen von Lehm- und Lösswänden oder in Baumstämmen. Erst im nächsten Frühling kommt es dann zur Paarung und die begatteten Weibchen beginnen nun ihre eigenen Nester in Holz zu nagen und sammeln fleissig Pollen für ihren Nachwuchs.
Sie hat zwar eine lange Zunge, aber wenn sie bei einer besonders tiefen Blüte trotzdem nicht an den Nektar rankommt, beisst sie einfach ein Loch in die Blütenwand, ohne die Blüte zu bestäuben.
Besonders gern mag sie Breitblättrige Platterbsen oder Staudenwicken. Die Platterbse eignet sich übrigens super für Zäune oder Böschungen und ist auch bei der Platterbsen-Mörtelbiene, der Garten-Blattschneiderbiene und der Schwarzbürstigen Blattschneiderbiene äusserst beliebt. Auch mit Blauregen begrünte Fassaden oder Pergolen sind häufig genutzte Nahrungsquellen.
In den letzten Jahren hat sich diese wärmeliebende Holzbiene aufgrund des Klimawandels bis nach Dänemark ausgebreitet und gilt derzeit in der Schweiz nicht als bedroht. Aber auch sie ist weiterhin fest angewiesen auf genug Nahrung und Nistplätze.
Ob Breitblättrige Platterbsen oder Staudenwicken als Rankenpflanzen an einem Zaun, oder Muskateller-Salbei als aromatische Staude im Garten: Wer diese Leckerbissen im Garten hat, hilft den Holzbienen, genug Proviant für ihren Nachwuchs zu sammeln. Man kann Holzbienen nicht nur durch geeignete Pollenquellen in den Garten locken, sondern auch durchs Aufstellen von totem, aber noch ziemlich festem Laubholz wie Pappel, Weide und Apfel. Wichtig ist ein sonniger Standort. Dicke, abgestorbene Äste oder Baumstrünke können so für viele Jahre ein wertvoller Lebensraum sein.
Vielleicht ein guter Grund, den Garten ein bisschen «unaufgeräumter» lassen zu dürfen? – die Bienen und viele Insekten und Vögel freut’s.


Ihren deutschen Namen hat Halictus scabiosae den schönen gelben Haarbinden auf ihrem Hinterleib zu verdanken. Sie ist etwa so gross wie eine Honigbiene und nebst vielen Hummeln eine der wenigen Wildbienen, die zeitweise gemeinschaftlich lebt. Die Männchen haben übrigens auch diese markanten Streifen, sind aber viel schmaler gebaut und haben lange Fühler.
Die Weibchen kann man ab Ende April beobachten, sie fliegen noch bis weit in den September hinein. Besonders hilfreich ist daher ein kontinuierliches Blütenangebot bis in den Herbst hinein und gestaffeltes Mähen.


Im Gegensatz zu vielen spezialisierten Wildbienenarten ist sie nicht wählerisch – ihrem Nachwuchs kommt Vieles auf den Teller. Am liebsten mag sie Korbblütler, wie Flockenblumen, Disteln, Wegwarten, Skabiosen-Flockenblumen und Kornblumen, sie ist aber auch an anderen Pflanzenfamilien anzutreffen.
Viele Wildbienenarten sind Einzelgängerinnen – das heisst, ein Weibchen baut und versorgt ihr Nest ganz allein. Nicht so die Gelbbindige Furchenbiene. Mehrere begattete Weibchen überwintern zusammen und bilden Frühlings- Gemeinschaften. Das grösste Tier übernimmt die Funktion der «Königin», bleibt im Erdnest und legt als einziges Weibchen Eier. Die anderen Weibchen sind zuständig fürs Sammeln und Anlegen der Vorräte. Die „Königin“ bewacht auch das Nest und schützt es vor Feinden, während die anderen Bienen eifrig Pollen und Nektar suchen. Noch vor dem Schlüpfen ihrer Arbeiterinnen vertreibt die Königin die anderen Weibchen. Diese gründen nun eigene Nester – manchmal „klauen“ sie sogar Nester von anderen Bienen.
Wie etwa 75 % der Wildbienenarten nistet auch diese Furchenbiene im Boden. Etwa die Hälfte der bodennistenden Arten ist gefährdet und besonders darauf angewiesen, dass man ihre Lebensräume erhält. Die Gelbbindige Furchenbiene ist aktuell nicht bedroht, sie ist auch eine der wenigen Wildbienen, die nicht unter den steigenden Temperaturen leidet. Sie nistet an offenen, vegetationsarmen Stellen oder an Steilwänden, wo sie ihre Nester mehrere dutzend Zentimeter tief eingräbt. Am liebsten mag sie Sand oder Lösslehm. Besonders wertvoll sind Ruderalstellen mit offenen Bodenstellen, Sand- und Lehmgruben, extensiv genutzte Weinberge oder Magerrasen – sie ist aber eine wahre Anpassungskünstlerin und kommt auch im Siedlungsbereich und in Gärten vor.
Obwohl die Gelbbindige Furchenbiene momentan nicht als gefährdet gilt, bedrohen sie Pestizide, Flächenversiegelung und der Verlust von Nistplätzen. Grundsätzlich gilt: Bodennister sind gefährdeter als die oberirdisch nistenden Arten. Dies liegt wohl daran, dass viele spezifische Ansprüche an die Bodenqualität und die Verdichtung haben, während oberirdisch nistende Arten weniger wählerisch sind. Wer bodennistenden Arten helfen möchte, erhält ihre Lebensräume und kann in seinem Garten offene Bodenstellen belassen, eine Sandlinse anlegen, spät mähen und für ein vielfältiges Blütenangebot sorgen. So bleiben sie Teil unserer lebendigen Landschaft.


Diese eher kleine Biene (Chelostoma rapunculi) ist ein absoluter Glockenblumen-Fan. Sie sammelt nicht nur ausschliesslich Pollen und Nektar von Glockenblumen, manchmal schläft sie auch in ihnen oder macht Pause, wenn es regnet. Die Weibchen haben einen schlanken tiefschwarzen Körper mit weissen Haarbinden auf dem Hinterleib. Die Männchen haben eine etwas rostrote Behaarung.


Vielleicht haben Sie sie schon mal in einer Glockenblume entdeckt: Sie fliegt von Mitte Juni bis Ende August und mit ihrer 8 bis 9 mm Grösse und dem schwarzem Körper, ist sie recht schnell in einer lila-farbenen Blüte gesichtet. Sie ist eine wahre Spezialistin für Glockenblumen und sammelt Pollen und Nektar nur dort. Manchmal kann man auch mehrere Männchen zusammengeknäuelt, schlafend in einer Blüte beobachten. Schlafende Bienen erkennt man an den ruhenden Fühlern. Ein Bienen-Powernap dauert kaum länger als 15 Minuten, dann erwachen sie langsam wieder. Auch bei plötzlichem Regen verweilen diese Wildbienen oft in den Glockenblumen – ihr ganz persönlicher Regenschirm, Pollen-Snacks inklusive. Während einer Schlechtwetterperiode kann es durchaus sein, dass sie tagelang dort rasten.
Um genug Vorräte für eine Brutzelle zu sammeln, braucht diese Biene durchschnittlich 19 Sammelflüge. Je weiter weg sie fliegen muss, desto weniger Brutzellen kann sie in ihrem kurzen Leben versorgen. Noch ist sie nicht bedroht, allerdings kommen Glockenblumen immer seltener in intensiven Grünlandnutzungszonen vor, denn sie gedeihen am besten auf ungedüngten, mageren Wiesen, Weg- und Waldrändern.
Grundsätzlich besiedelt diese Scherenbiene Waldränder, Waldlichtungen, Streuobstwiesen und Magerwiesen. Immer häufiger findet sie auch Zuflucht im Siedlungsraum und in Gärten – überall dort, wo Glockenblumen blühen. Und so macht sie deutlich, wie wertvoll strukturreiche, blütenreiche Gärten und städtische Grünflächen für Wildbienen sein können. Mit etwas Glück kann man auch die Kurzfransige Scherenbiene in Glockenblumen beobachten. Sie ist auch auf Glockenblumen angewiesen, aber mit ihren nur 4 bis 6 mm klitzeklein und daher gut von der Glockenblumen-Scherenbiene zu unterscheiden.

Es gibt rund 30 einheimische Glockenblumen – sie sehen nicht nur schön aus und eignen sich gut für den Balkon oder Garten: In der Schweiz sind sechs Wildbienenarten auf Glockenblumen spezialisiert und sammeln nur dort Pollen und nutzen sie bei Schlechtwetter als Rastplatz oder auch als Schlafplatz. Für schattigere Standorte ist z.B. die Nesselblättrige Glockenblume super geeignet. Die Rundblättrige Glockenblume fühlt sich in Sonne und Halbschatten wohl.



Die Mehrheit der Wildbienen nistet im Boden. Nicht so, diese Scherenbiene. Sie nistet am liebsten in Hohlräumen in totem Holz und Käferfrassgängen oder hohlen Stängeln. Sie ist eine der wenigen Bienenarten, die auch künstliche Nisthilfen annimmt, sofern diese korrekt gebaut wurden. Es gibt leider viele künstliche Nisthilfen auf dem Markt, die völlig ungeeignet sind und so dem Bienennachwuchs mehr schaden als helfen. Bei geeigneten Nisthilfen findet man diese Biene gelegentlich in tiefen Bohrungen in Holz oder 15 – 20 cm langen Bambus- und Schilfröhrchen an. Der Innendurchmesser sollte jedoch nicht zu gross sein, 3.5 mm reichen schon und es sollte gut geschliffen sein und keine Risse im Holz haben. Tannenzapfen, Schneckenhäuser, Stroh sind für Bienen in einem Insektenhotel hingegen völlig wertlos.
Ihr Nestverschluss ist übrigens ziemlich gut erkennbar, denn sie setzt kleine Steinchen in den weichen Mörtel. Übrigens heissen Scherenbienen so, weil sie kräftige, scherenartige Mundwerkzeuge haben, die sie für den Bau des Nestverschlusses brauchen. Nach dem Trocknen werden die Nestverschlüsse steinhart und die nächste Generation muss sich nach dem Schlüpfen zunächst einmal kräftig durchbeissen.
Welche Biene konnte ihr Herz gewinnen? Die Blauschwarze Holzbiene, die Gelbbindige Furchenbiene
oder die Glockenblumen-Scherenbiene
?
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Unter allen Teilnehmenden verlosen wir 1x eine Hotelübernachtung für 2 Personen in einem Sunstar Hotel, 3x ein Honig-Jahresabo (4x im Jahr erhalten Sie Schweizer Bienenhonig aus den verschiedenen Regionen), 3x ein Badetuch. Die Verlosung findet Ende Oktober statt. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Ihre Daten sind bei uns in guten Händen. Mit Ihrer Teilnahme verstehen Sie sich einverstanden, dass wir Sie über Angebote und Aktivitäten von BienenSchweiz und der Stiftung für die Bienen informieren. An Dritte geben wir sie nicht weiter.
Zur bestmöglichen Vorbereitung der neuen Bienensaison gehört die Bereitstellung und Reinigung des notwendigen Materials ebenso wie Gedanken zur Imkerpraxis und zu den damit verbundenen Pflichten. Die Zeit dafür ist jetzt ideal.
Zuerst überlegt man sich, wie das vergangene Jahr mit den eigenen Bienen gelaufen ist. Als Gedankenstütze dienen persönliche Aufzeichnungen und Stockkarten. Danach geht es darum, sich zu überlegen, was man in der Bienensaison 2026 anders machen möchte. Dazu ist das Betriebskonzept des Bienengesundheitsdienstes hilfreich. Dieses versteht sich als Leitfaden fürs Imkern im Jahresverlauf und schlägt nachweislich funktionierende Methoden (Details in den Merkblättern) für die wichtigsten imkerliche Tätigkeiten vor.
Weiter lohnt es sich jetzt zu überprüfen, ob ich als Imkerin oder Imker hinsichtlich aller Melde-, Aufzeichnungs- und Bewilligungspflichten auf dem neusten Stand bin. Der BGD hat das Wichtigste in einer Tabelle zusammengestellt, die laufend aktualisiert wird.
Es ist wichtig, vor dem Oxalsäure-Einsatz sämtliche Völker auf Brutfreiheit zu kontrollieren und die Winterbehandlung spätestens jetzt durchzuführen. Die Wirksamkeit der einzelnen Behandlungsmethoden ist zudem abhängig von den Aussentemperaturen. Fürs Träufeln sollten sie unter 5°C liegen. Mindesttemperaturen kennen die Methoden Sprühen (Minimum 8°C) und Verdampfen (Minimum 4°C).
Ein Behandlungstotenfall von über 500 Milben innerhalb der 2 Wochen nach dem Oxalsäure-Einsatz, zeigt die Notwendigkeit einer 2. Winterbehandlung an. Nur wenn diese spätestens Anfang Januar durchgeführt werden kann, sind die Völker höchstwahrscheinlich noch brutfrei.
Weitere hilfreiche Hinweise zur Durchführung der Oxalsäure-Behandlung finden sich in den BGD-Merkblättern 1.3.1. bis 1.3.3..
Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an die kostenlose BGD-Hotline (0800 274 274 oder info@apiservice.ch).
| Das BGD-Team wünscht Ihnen schöne Feiertage und berät Sie über die Hotline gerne bis am 22. Dezember oder wieder ab dem 5. Januar 2026. |
Im Gegensatz zu den meisten solitären Wildbienen, bilden sie Staaten von 50 bis 600 Individuen. Allerdings Staaten, die nur eine Saison bestehen – nur die Jungköniginnen überleben. Anders als bei den Honigbienen überwintert nur die junge Hummelkönigin. Dank eines körpereigenen «Frostschutzmittel», kann sie aber problemlos Minusgrade aushalten.
Weltweit gibt es über 300 verschiedene Hummelarten, wovon etwa 40 in der Schweiz vorkommen. Dank ihres robusten Körperbaus und ihrem Pelz können Hummeln noch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fliegen. Sie sind daher eher in nördlichen und alpinen Regionen verbreitet und besser an kühlere Temperaturen angepasst. Sogar 800 Kilometer vom geografischen Nordpol entfernt, sind Hummeln noch anzutreffen. Sie bestäuben dort während des kurzen arktischen Sommers die Blütenpflanzen. In den Tropen hingegen sind nur wenige Hummelarten vertreten. Steigende Temperaturen auf Grund des Klimawandels machen es ihnen nicht leicht. Kein Wunder also, fliegen sie schon früh im Jahr, ab Temperaturen von 2 bis 6 Grad. Wenn es besonders kalt ist, können sie sich mit ihren kräftiger Flugmuskulatur sich «warm zittern».


Aber beginnen wir im Frühling: Von März bis Mai erwachen die jungen Hummelköniginnen aus ihren Winterquartieren und suchen einen geeigneten Nistplatz für ihr zukünftiges Volk. Das können verlassene Mäusebauten, Steinspalten oder Baumhöhlen sein, manchmal sogar Vogelnester.
Die Hummelkönigin baut ihre erste Brutzellen, legt Eier und versorgt die schlüpfenden Larven mit frisch gesammelten Pollen. Diese werden dann zu Arbeiterinnen heranwachsen und später für den Nestbau und die Brutpflege zuständig sein. Für sie selbst, sammelt sie Nektar als Energieboost. Gerade im Frühling ist es sehr wichtig, dass sie Pollen und Nektar findet. Hecken mit Kornellkirschen oder blühende Weiden und ungefüllte Blüten sind besonders wertvoll. Den Nektar wandelt sie als Schlechtwettervorrat zu Honig um und lagert ihn in gut geschützten Wachstöpfchen. Anders als bei Honigbienen, ist dieser Honigvorrat winzig, denn er muss ja nur für die Königin als Notfallproviant reichen und nicht wie bei den Honigbienen als Wintervorrat für das ganze Volk. Aufgrund der vergleichsweisen kleinen Menge an Honig und Wachs sah man lange keinen unmittelbaren Nutzen in Hummeln und ihre wichtige Rolle wurde verkannt. Die alten Griechen bezeichneten einen faulen Menschen sogar als „Hummelmenschen“. Heute weiss man es besser: Sie sind überhaupt nicht faul – ganz im Gegenteil, sie arbeiten oft bis zu 18 Stunden am Tag und sind fleissige Bestäuber vieler wichtiger Kultur- und Wildpflanzen.
An einem Tag fliegt eine Hummel gut 500 bis 1000 Blüten an und sammelt ungefähr 12 mal mehr Nektar als eine Honigbiene. Anders als die meisten Honigbienen, sammeln Hummeln auch gleichzeitig Nektar und Pollen, was sie besonders effizient macht. Dennoch können Hummeln die Bestäubungsarbeit der Honigbienen nicht vollständig ersetzen, denn ein ganzes Bienenvolk bestäubt mehr Blüten als einige hundert Hummeln. Vielmehr ergänzen sich die Bestäuber. Auch Regen und kühlere Temperaturen hindert sie meist nicht daran, fleissig weiter zu sammeln. Viele Pflanzen mit besonders tief liegendem Nektar oder auch Nachtschattengewächse wie Tomaten oder Auberginen sind von Hummeln abhängig.
Bei Tomaten sitzen die Pollenkörner ziemlich fest in den Kapseln und müssen kräftig herausgeschüttelt werden, was im Freiland normalerweise der Wind übernimmt. Tomaten sind Windbestäuber und müssen in Gewächshäusern, wo kein Wind bläst, aktiv bestäubt werden. Dank der Hummeln ist es möglich, dass man Tomaten in Gewächshäusern aufzieht und der Ertrag steigt um 25%, wenn Hummeln bestäuben statt manuell. Hummeln bestäuben sehr effizient, indem sie sich in der Blüte festkrallen und ihre Muskeln, ohne die Flügel zu bewegen, weit über der im Flug üblichen Flügelschlagfrequenz von 180 Hertz bewegen. Durch dieses Brummen schütteln sie den Pollen wirksam aus ihren Behältern.
Gerade im Hochsommer, wenn viele Wiesen in der Landwirtschaft gleichzeitig gemäht werden, kommt es für Bienen zu Nahrungsengpässen. Wie man bienenfreundlich mähen kann, kann man hier nachlesen. Im eigenen Garten oder auf dem Balkon, kann man mit einheimischen Früh- und Spätblühern für viele Pollen- und Nektarsnacks sorgen. Und generell gilt: unaufgeräumtere Gärten mit Totholzhaufen, stehengelassenen Pflanzenstängeln, Laubhaufen, Wassertankstellen (Wasserschalen mit darin liegenden Steinen, wo sie ruhen können), freut die Bienen und macht ihnen die Suche nach Wohnquartieren und Baumaterial einfacher – und ist erst noch weniger Aufwand.